Wetterstation
Seit Oktober 1998 gibt es in der Mühle eine Wetterstation. Die Initiative hierzu ging von der Klosterholz-Tombola aus, die sich von der Wetterstation eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Osterholz-Scharmbeck versprach. Auch in der BioS bestand seit längerem Interesse, da wir regelmäßig Wetterdaten für die Naturschutzarbeit benötigen und sich das Thema Wetter auch für die Umweltbildungsarbeit eignet.
Der Standort an der Mühle eignet sich aus meteorologischer Sicht hervorragend für Wettermessungen.
Folgende Parameter werden seit 1998 gemessen:
- Temperatur in 2 m Höhe,
- Temperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden,
- Luftdruck & Luftfeuchte,
- Niederschlagsmenge & Niederschlagsdauer,
- Windgeschwindigkeit & Windrichtung,
- Sonnenscheindauer
Im Osterholzer Anzeiger erscheinen die Wetterdaten als Monatsgrafik im Rückblick.


Monatsrückblick aktuell
Der Dezember 2025 präsentierte sich außergewöhnlich sonnig und trocken. Nur rund 55 % der durchschnittlichen Niederschlagssumme wurden erreicht (Referenzperiode 1961-90). Die Niederschläge konzentrierten sich auf den Monatsanfang, gefolgt von 3 Wochen ohne nennenswert Regen oder Schnee, dafür mit umso mehr Sonnenschein. Insgesamt lag die Sonnenscheindauer ganze 60 % über dem langjährigen Mittel und übertraf sogar den bisherigen Höchstwert an der Mühle von Rönn von 2008 (53 Stunden).
Der Dezember war mit einer Mitteltemperatur von 4,5 °C deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Besonders um die Monatsmitte herrschten recht milde Bedingungen. Pünktlich zum kalendarischen Winteranfang am 21. Dezember setzte ein Kälteeinbruch ein. Über die Feiertage sorgte ein stabiles Hochdruckgebiet für klares, kaltes Wetter mit Temperaturen bis zu -7,8 °C. Der 25. Dezember war schließlich der erste Eistag dieses Winters. Zum Jahresende brachte dann ein steifer Wind wieder Niederschläge nach Osterholz.

Der November 2025 startete trocken und mild. Mit Höchsttemperaturen von knapp 16 °C und viel Sonne bescherte uns der 6. November einen goldenen Herbsttag. Um die Monatsmitte folgte dann die Kehrtwende: Täglich sanken die Temperaturen und in der Nacht zum 21. November wurde der erste nennenswerten Frost gemessen. Das kalte, klare Wetter, geprägt von arktischen Luftmassen, hielt bis zum Abend des 23., als Wolken den ersten Schneefall brachten. Die weiße Landschaft taute bis zum folgenden Mittag wieder ab.
Im Monatsmittel lagen die Temperaturen 1,2 °C über dem langjährigen Mittel der Referenzperiode (1961-1990). Die Sonnenstunden entsprachen nahezu dem Durchschnitt, während die Niederschläge knapp 25 % über dem langjährigen Mittel lagen. Dieser hohe Wert ist insbesondere dem außerordentlich regnerischen 14. November zu verdanken, als ein Drittel der Monatsniederschläge fielen. Bundesweit zählte Osterholz im November 2025 zu den niederschlagsreichsten Messstandorten.

Das Osterholzer Wetter 2024
Als besonders heiß wird das Jahr 2024 nicht in Erinnerung bleiben, und doch war es das wärmste Jahr seit Inbetriebnahme der Wetterstation an der Mühle von Rönn 1998. Die mittlere Temperatur lag in Osterholz außergewöhnliche 2,9 °C über dem Wert der Referenzperiode von 1961-1990. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigt auch bundesweit das heißeste Jahr seit Messbeginn 1881.
Dabei war die Anzahl an Sommertagen (≥ 25°C) und an heißen Tagen (≥ 30 °C) nicht außergewöhnlich hoch: 45 Sommertage, davon 6 heiße Tage prägten die Zeit von Mai bis September. Zum Vergleich: 2018 sind es 75 Sommertage davon 20 heiße Tage gewesen. Und doch war wie schon 2023 jeder Monat mindestens 1 °C wärmer als im langjährigen Mittel. Besonders Februar, März und Mai sind ungewöhnlich warm gewesen. So wurde die schon sehr hohe Durchschnittstemperatur von 2023 (10,8 °C) gleich um 0,4 °C übertroffen – ein Indiz für die beschleunigte Klimaerwärmung.
Am 13.08. war mit 33,6 °C der heißeste Tag des Jahres. Der kälteste Tag erwartete uns gleich zu Beginn des Jahres am 09.01. mit -7,3 °C. Im Januar lagen auch die einzigen Eistage des vergangenen Jahres – insgesamt 4 Tage mit Dauerfrost. Frosttage, an denen die Tiefsttemperatur unter 0 °C fällt, kamen lediglich 31 Mal vor. In der Referenzperiode gab es im Mittel noch 80 Frosttage. Der letzten Nachtfrost kam am 23.04., was im Vergleich zu den letzten zwei Jahrzehnten ungewöhnlich spät war, so dass er manche Pflanzen und Tiere überraschte, die sich bereits auf den Spätfrühling eingestellt hatten.

Mit einer Niederschlagssumme von 1000 mm war 2024 das dritt-niederschlagreichste Jahr seit 1998. Lediglich im August lagen die Niederschläge unter denen des langjährigen Mittels. Dahingegen war der April der nasseste seit 25 Jahren – von Frühjahrstrockenheit keine Spur. Den höchsten Niederschlag gab es am 27.06. (37,9 mm). Durch den milden Winter und das feuchte bis nasse Wetter war das Gras in den Wiesen besonders wüchsig, so dass Kräuter schnell überwachsen wurden und weniger sichtbar waren. Auch für den Wald, die Gewässer und die Moore war der viele Regen ein Segen.

Im Hinblick auf die Sonnenstunden ist bemerkenswert, dass dem sonnenscheinreichsten Januar, der in Osterholz-Scharmbeck bisher gemessen wurde, unmittelbar der sonnenscheinärmste Februar folgte (32 Std im Vergleich zu 71 Std im langjährigen Mittel). Während die Sonne kaum ein Durchkommen hatte, braute sich über dem Atlantik ein Sturmtief zusammen, das in der Nacht vom 22. auf den 23.2. mit der maximalen Windspitze von 96 km/h bei uns eintraf. Mit einer nicht ganz so stürmischen, aber windigen Silvesternacht verabschiedete sich das Jahr 2024.

