Wetterstation

Seit Oktober 1998 gibt es in der Mühle eine Wetterstation. Die Initiative hierzu ging von der Klosterholz-Tombola aus, die sich von der Wetterstation eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Osterholz-Scharmbeck versprach. Auch in der BioS bestand seit längerem Interesse, da wir regelmäßig Wetterdaten für die Naturschutzarbeit benötigen und sich das Thema Wetter auch für die Umweltbildungsarbeit eignet.

Der Standort an der Mühle eignet sich aus meteorologischer Sicht hervorragend für Wettermessungen.

Folgende Parameter werden seit 1998 gemessen:

  • Temperatur in 2 m Höhe,
  • Temperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden,
  • Luftdruck & Luftfeuchte,
  • Niederschlagsmenge & Niederschlagsdauer,
  • Windgeschwindigkeit & Windrichtung,
  • Sonnenscheindauer

Im Osterholzer Anzeiger erscheinen die Wetterdaten als Monatsgrafik im Rückblick.

Temperaturfühler der Bodenstation im Sommer vor der Mühle bei blauem Himmel

Monatsrückblick aktuell

Im September 2026 erweckten Temperaturen bis zu 28 °C und überdurchschnittlich viel Sonne den Eindruck, als wolle sich der Sommer noch nicht ganz verabschieden. Gegenüber der Referenzperiode (1961-90) gab es ein Sonnenstunden-Plus von 20 %. Die Niederschläge entsprachen dabei etwa dem langjährigen Mittelwert. Sie verteilten sich überwiegend auf die ersten drei Herbstwochen. Für einige Teile des Landkreises zeigte der Dürremonitor vom UFZ gegen Ende des Monats weiterhin eine leichte Dürre für den Gesamtboden an.

Die Monatsmitteltemperatur überstieg ihren Referenzwert um ganze 3 °C. Besonders warm wurde es am 7. und 15. September, und dann nochmal zum Monatsende. Dennoch hat es nicht gereicht für den wärmsten September der letzten Jahre (der war 2023). Die sommerlichen Temperaturen wechselten sich ab mit der unverkennbaren Herbstfrische. Und so saßen wir bei 26 °C in der Herbstsonne und konnten uns entscheiden: Grillen, Kürbissuppe oder doch schon Spekulatius?

Ein sonniger und sehr warmer August machte dem Hochsommer nochmal alle Ehren: über 2,5 °C wärmer als im langjährigen Mittel und 17 % mehr Sonnenstunden (Referenz 1961-90). An drei Tagen wurden Temperaturen von über 30 °C erreicht, während in der Referenzperiode drei Hitzetage im ganzen Jahr dem Mittel entsprachen. Besonders heiß war der 14. August mit über 35 °C – voraussichtlich für dieses Jahr der letzte heiße Tag.

Die Niederschläge lagen mit einer Summe von knapp 65 mm nahezu im Durchschnitt, jedoch konzentrierten sie sich im Wesentlichen auf die letzten Tage des Monats. Die ersten drei Augustwochen waren von außergewöhnlich trockener Witterung geprägt. In der Nacht auf den 28. August brachte ein Unwetter Starkregen begleitet von einem eindrücklichen Temperatursturz. Mit einer Mischung aus Sonne, Regen und steifem Wind verabschiedet sich der August und kündigt langsam schon mal den Herbst an.

 

Das Osterholzer Wetter 2025

Das Wetterjahr 2025 präsentierte sich in Osterholz vor allem im ersten Halbjahr warm, sehr trocken und außergewöhnlich sonnig. Erst ab Mitte Juni sorgten regelmäßige Niederschläge für etwas ausgeglicheneres Wetter. Sämtliche Monate lagen mindestens 1 °C über dem vieljährigen Temperaturmittel der Referenzperiode 1961–1990; besonders warm fielen März und April aus, die ihre Durchschnittswerte sogar um mehr als 3 °C übertrafen. Damit ergab sich eine Jahresmitteltemperatur von 2,1 °C über dem Referenzwert, womit sich 2025 in die Reihe der zuletzt überwiegend zu warmen Jahre einfügt.

Der heißeste Tag des Jahres wurde am 2. Juli registriert: 34,2 °C erreichte Osterholz während einer bundesweiten Hitzewelle. Das Temperaturminimum von -8,1 °C wurde an der Mühle von Rönn am 18. Februar erfasst. Insgesamt kam es während des Winterhalbjahrs zu 59 Frosttagen, davon 5 Eistage (Höchsttemperatur unter 0 °C) – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Referenzperiode (80 Frosttage, davon 18 Eistage). Während des Sommers brachten uns 31 Sommertage, davon 6 heiße Tage (ab 30 °C), ins Schwitzen (Referenzperiode: 21 Sommertage, davon 3 über 30 °C).

Besonders auffällig war 2025 die extreme Frühjahrstrockenheit: In den Monaten Februar, März, April fielen in Summe nicht einmal 35 mm Niederschlag. Zum Vergleich: Der regenreichste Tag des Jahres, dem 4. Oktober, brachte 42,6 mm. Die Trockenheit des Frühjahrs zog sich bis in den Mai, als über knapp 3 Wochen hinweg keine nennenswerten Niederschläge verzeichnet wurden. Am 24. Mai stellte sich dann Regen ein. Deutlich nasser wurde es im Juni: Für einen Regenüberschuss von etwa 40 % im Vergleich zum vieljährigen Mittel sorgte ein starker Sommerregen am 14. Juni. Auch der Oktober war mit einer fast doppelt so hohen Niederschlagsmenge überdurchschnittlich nass. Am Jahresende blieb die Bilanz jedoch 12 % unter ihrem Soll und das Niederschlagsdefizit der trockenen Monate blieb in der Summe unausgeglichen.

Die Sonnenscheindauer übertraf ihr langjähriges Mittel um ganze 312 Stunden (21 %). So war 2025 das dritt-sonnigste Jahr seit Inbetriebnahme der Wetterstation 1999. Im März und Dezember wurden neue Sonnenrekorde aufgestellt, doch auch im April, Mai und August zeigte sich die Sonne überdurchschnittlich häufig.

Stürmisches Wetter hielt sich 2025 zurück – nur an einem Tag wurden Windgeschwindigkeiten von über 80 km/h gemessen: Bereits am 6. Januar erreichte die Windspitze eine Geschwindigkeit von 98 km/h.

Insgesamt reiht sich das Wetterjahr 2025 mit seiner Kombination aus hohen Temperaturen und überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer in den längerfristigen Erwärmungstrend der vergangenen Jahrzehnte ein. Eine Frühjahrstrockenheit von diesem Ausmaß kannten wir bisher nicht.