Wetterstation

Seit Oktober 1998 gibt es in der Mühle eine Wetterstation. Die Initiative hierzu ging von der Klosterholz-Tombola aus, die sich von der Wetterstation eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Osterholz-Scharmbeck versprach, wenn der Ort immer mal in dem Wetterbericht 8 vor 8 in der ARD und nach den Tagesthemen genannt werden würde. Auch in der BioS bestand seit längerem Interesse, da wir regelmäßig Wetterdaten für die Naturschutzarbeit benötigen und sich das Thema Wetter auch für die Umweltbildungsarbeit eignet.

Nach einigen Recherchen konkretisierte sich das Vorhaben, weil sich der Standort Mühle auch aus meteorologischer Sicht hervorragend für Wettermessungen eignet.

Folgende Parameter werden gemessen:

  • Temperatur in 2m Höhe,
  • Temperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden,
  • Luftdruck,
  • Luftfeuchte,
  • Niederschlagsmenge,
  • Niederschlagsdauer,
  • Windgeschwindigkeit,
  • Windrichtung,
  • Sonnenscheindauer.

Im Osterholzer Anzeiger erscheinen die Wetterdaten als Monatsgrafik im Rückblick.

Das erste Monatsdrittel brachte uns lausiges Aprilwetter mit ständigem Wechsel von Sonne und Regen. am 7. April querte sogar ein reelles Sturmtief „Nasim“ mit schweren Sturmböen von 94 km/h den Landkreis und sorgte für Überschwemmungen an Hamme und Wümme. Im zweiten und dritten Monatsdrittel fiel fast gar kein Regen mehr, das typische Aprilwetter war vorbei. Ostern, in der Monatsmitte, schien die Sonne von früh bis spät. Die Temperatur kletterte bereits am 13. April auf über 22°C. Aber mit dem Sonnenschein wurden die sternenklaren Nächte kalt. Die Monatsmitteltemperatur betrug 8,4°C und damit 1,4°C mehr als im langjährigen Mittel von 1960 bis 1990 und die Sonnenscheindauer übertraf das langjährige Mittel sogar um mehr als 50 Stunden. Die Besitzer von Sonnenkollektoren haben sich gefreut.

 

Das Wetter 2021

Das Jahr 2021 kam uns feucht und kühl vor. Es war bei uns nicht so von der Klimaerwärmung geprägt wie die Vorjahre, sondern eher „normal“, so wie im langjährigen Mittel der internationalen Vergleichsperiode 1961 bis 1990. Der Winter zu Beginn des Jahres dauerte lange. Ende Januar fiel der Schnee und blieb bis Mitte Februar liegen. Vorher, am 21. Januar, brachte eine Warmluftfront stürmische Winde bis 90 km/h und Temperaturen bis 10°C. Das war der stärkste Sturm des Jahres. Die Nacht des 14. Februar war mit -11,7°C die kälteste des ganzen Jahres.

Ab Rosenmontag, dem 15. Februar, setzte Tauwetter ein. Innerhalb von 10 Tagen stieg die Temperatur spektakulär um 30° auf 19°C am 24. Februar. Das wiederum war die höchste Februartemperatur seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Winter im Jahr 2021 hatte 58 Frosttage und sogar 16 Eistage mit Dauerfrost. April und Mai waren auch noch kühler als das langjährige Mittel. Seit vielen Jahrzehnten gab es nicht mehr einen so kalten April. Vorherrschende Nordwinde bliesen kalte Polarluft in unseren Raum. Die Vegetationsentwicklung, erkennbar z.B. an der Blüte von Apfelbäumen, war um etwa zwei Wochen verzögert. Erst im Juni wurde es heiß und sonnig. Am 17. Juni erreichte das Thermometer die Höchsttemperatur des Jahres mit 33,2°C. Die Jahresdurchschnittstemperatur betrug 9,8°C und damit 1,4°C mehr als im langjährigen Mittel.

Weil der Niederschlag relativ gleichmäßig verteilt war, hatte man nicht so ein ausgeprägtes Sommergefühl. Es war eher schwül warm als hochsommerlich. Die Regenmenge lag in der Summe dieses Jahr sogar etwas über dem langjährigen Mittel. Auch die Sonne schien ziemlich genau so lang wie im langjährigen Mittel. Nur im Mai, der 2021 kein „Wonnemonat“ war, und im August fehlten richtig viele Sonnenstunden und trübten die Stimmung. Also insgesamt war das Wetter 2021 recht durchschnittlich (zum Glück!) ohne Extreme, wie in anderen Teilen Deutschlands.