Wetterstation

Seit Oktober 1998 gibt es in der Mühle eine Wetterstation. Die Initiative hierzu ging von der Klosterholz-Tombola aus, die sich von der Wetterstation eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Osterholz-Scharmbeck versprach. Auch in der BioS bestand seit längerem Interesse, da wir regelmäßig Wetterdaten für die Naturschutzarbeit benötigen und sich das Thema Wetter auch für die Umweltbildungsarbeit eignet.

Der Standort an der Mühle eignet sich aus meteorologischer Sicht hervorragend für Wettermessungen.

Folgende Parameter werden seit 1998 gemessen:

  • Temperatur in 2 m Höhe,
  • Temperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden,
  • Luftdruck & Luftfeuchte,
  • Niederschlagsmenge & Niederschlagsdauer,
  • Windgeschwindigkeit & Windrichtung,
  • Sonnenscheindauer

Im Osterholzer Anzeiger erscheinen die Wetterdaten als Monatsgrafik im Rückblick.

Temperaturfühler der Bodenstation im Sommer vor der Mühle bei blauem Himmel

Monatsrückblick aktuell

Trüb und nass präsentierte sich der Oktober 2025. Zwar begann der Monat mit reichlich Sonnenschein, doch verbarg sich die Sonne bald weitestgehend hinter den Wolken. Am Ende kam sie nur auf rund 70 Prozent ihrer durchschnittlichen Stunden. Währenddessen betrug die Niederschlagssumme etwa das Doppelte ihres langjährigen Mittels (Referenzperiode 1961-90). Allein am 4. Oktober fielen 42 Liter pro Quadratmeter – damit zählt dieser Samstag zu den zehn regenreichsten Tagen der letzten 25 Jahre in Osterholz. Sturmtief „Joshua“ brachte zum letzten Oktober-Wochenende nochmals Regen und stürmische Winde.

Die mittlere Monatstemperatur lag 1,4 °C über ihrem langjährigen Durchschnitt, was eine vergleichsweise geringe positive Abweichung ist. Damit gehörte der vergangene Oktober zu den eher kühleren der letzten 10 Jahre. Die Monatsmitte wurde von einem Hochdruck-Gebiet geprägt, welches für zwei klare, kalte Nächte sorgte, die nur knapp am ersten Nachtfrost des Herbstes vorbeigingen. Wenig Wind und Niederschlag sorgten am 13. für gute Zugbedingungen für die Kraniche – kurz darauf wurden die höchsten Rastbestände dieser Saison in der Teufelsmoor-Wümme-Niederung verzeichnet.

 

Das September-Wetter 2025 zeigte sich mit reichlich Sonnenschein, ansonsten eher durchschnittlich. Zwar lag die Monatsmittel-Temperatur 2,1 °C über dem langjährigen Mittel, doch das ist aufgrund der globalen Erwärmung mittlerweile nichts Ungewöhnliches mehr. Am 20. erlebten wir in Osterholz noch einen spätsommerlichen Höchstwert von 27,6 °C. Pünktlich dann zum kalendarischen Herbstbeginn wurde es merklich kühler. Mit dem Temperatursturz fanden sich unter sonnigen Bedingungen große Kranich-Trupps in der Teufelsmoor-Region ein.

Unbeeindruckt vom Herbstbeginn blieb die Sonne, die sich mit 164 Stunden sogar 23 % länger zeigte als im Mittel der Referenzperiode (1961-90).

Die Niederschläge blieben mit 54,7 mm leicht unterdurchschnittlich. Der nasseste und auch windigste Tag war der 13. September. Die Monatsmitte wurde von Sturmtief „Zack“ zwar auch bei uns ordentlich durchgepustet – besonders schwere Sturmböen blieben aber aus.

 

 

Das Osterholzer Wetter 2024

Als besonders heiß wird das Jahr 2024 nicht in Erinnerung bleiben, und doch war es das wärmste Jahr seit Inbetriebnahme der Wetterstation an der Mühle von Rönn 1998. Die mittlere Temperatur lag in Osterholz außergewöhnliche 2,9 °C über dem Wert der Referenzperiode von 1961-1990. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigt auch bundesweit das heißeste Jahr seit Messbeginn 1881.

Dabei war die Anzahl an Sommertagen (≥ 25°C) und an heißen Tagen (≥ 30 °C) nicht außergewöhnlich hoch: 45 Sommertage, davon 6 heiße Tage prägten die Zeit von Mai bis September. Zum Vergleich: 2018 sind es 75 Sommertage davon 20 heiße Tage gewesen. Und doch war wie schon 2023 jeder Monat mindestens 1 °C wärmer als im langjährigen Mittel. Besonders Februar, März und Mai sind ungewöhnlich warm gewesen. So wurde die schon sehr hohe Durchschnittstemperatur von 2023 (10,8 °C) gleich um 0,4 °C übertroffen – ein Indiz für die beschleunigte Klimaerwärmung.

Am 13.08. war mit 33,6 °C der heißeste Tag des Jahres. Der kälteste Tag erwartete uns gleich zu Beginn des Jahres am 09.01. mit -7,3 °C. Im Januar lagen auch die einzigen Eistage des vergangenen Jahres – insgesamt 4 Tage mit Dauerfrost. Frosttage, an denen die Tiefsttemperatur unter 0 °C fällt, kamen lediglich 31 Mal vor. In der Referenzperiode gab es im Mittel noch 80 Frosttage. Der letzten Nachtfrost kam am 23.04., was im Vergleich zu den letzten zwei Jahrzehnten ungewöhnlich spät war, so dass er manche Pflanzen und Tiere überraschte, die sich bereits auf den Spätfrühling eingestellt hatten.

Mit einer Niederschlagssumme von 1000 mm war 2024 das dritt-niederschlagreichste Jahr seit 1998. Lediglich im August lagen die Niederschläge unter denen des langjährigen Mittels. Dahingegen war der April der nasseste seit 25 Jahren – von Frühjahrstrockenheit keine Spur. Den höchsten Niederschlag gab es am 27.06. (37,9 mm). Durch den milden Winter und das feuchte bis nasse Wetter war das Gras in den Wiesen besonders wüchsig, so dass Kräuter schnell überwachsen wurden und weniger sichtbar waren. Auch für den Wald, die Gewässer und die Moore war der viele Regen ein Segen.

Im Hinblick auf die Sonnenstunden ist bemerkenswert, dass dem sonnenscheinreichsten Januar, der in Osterholz-Scharmbeck bisher gemessen wurde, unmittelbar der sonnenscheinärmste Februar folgte (32 Std im Vergleich zu 71 Std im langjährigen Mittel). Während die Sonne kaum ein Durchkommen hatte, braute sich über dem Atlantik ein Sturmtief zusammen, das in der Nacht vom 22. auf den 23.2. mit der maximalen Windspitze von 96 km/h bei uns eintraf. Mit einer nicht ganz so stürmischen, aber windigen Silvesternacht verabschiedete sich das Jahr 2024.