Wetterstation

Seit Oktober 1998 gibt es in der Mühle eine Wetterstation. Die Initiative hierzu ging von der Klosterholz-Tombola aus, die sich von der Wetterstation eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Osterholz-Scharmbeck versprach. Auch in der BioS bestand seit längerem Interesse, da wir regelmäßig Wetterdaten für die Naturschutzarbeit benötigen und sich das Thema Wetter auch für die Umweltbildungsarbeit eignet.

Der Standort an der Mühle eignet sich aus meteorologischer Sicht hervorragend für Wettermessungen.

Folgende Parameter werden seit 1998 gemessen:

  • Temperatur in 2 m Höhe,
  • Temperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden,
  • Luftdruck & Luftfeuchte,
  • Niederschlagsmenge & Niederschlagsdauer,
  • Windgeschwindigkeit & Windrichtung,
  • Sonnenscheindauer

Im Osterholzer Anzeiger erscheinen die Wetterdaten als Monatsgrafik im Rückblick.

Temperaturfühler der Bodenstation im Sommer vor der Mühle bei blauem Himmel

Monatsrückblick aktuell

Der Mai 2026 hat einiges an Wettervielfalt geboten: Eisheilige und sommerliche Hitze, insgesamt eher trocken und mit einem stürmischen Finale. Die Monatsmitteltemperatur lag knapp 2 °C über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1961–1990 und entsprach damit der mittlerweile üblichen positiven Abweichung.

Besonders auffällig war jedoch die große Temperaturspanne im Monatsverlauf: Um die Monatsmitte war es recht frisch und die Temperaturen sanken nachts auf unter 2 °C. Genau zwei Wochen später wurden an der Mühle von Rönn hochsommerliche Werte mit bis zu 31 °C gemessen. Damit wurde die 30-Grad-Marke im Landkreis Osterholz außergewöhnlich früh im Jahr überschritten. Die Sonne zeigte sich auch dank der stabilien Hochdrockphase in der letzten Monatsdekade überdurchschnittlich häufig (+15 %), während sich Niederschläge weitestgehend zurückhielten. Am 29. brachte ein Unwetter dann ergiebigen Starkregen, welcher die Niederschlagssumme noch einmal nach oben korrigierte. Dazu gab es Windspitzen von bemerkenswerten 114 km/h.

 

 

Außergewöhnlich sonnig, deutlich zu trocken und dabei gewöhnlich mild verlief der April 2026 im Landkreis Osterholz. Die Niederschläge erreichten nur knapp die Hälfte der durchschnittlichen Menge der Referenzperiode (1961-90). Gleichzeitig sorgten längere Hochdruckphasen für 50 % mehr Sonnenstunden als im langjährigen Mittel. Wenig Regen und viel Sonnenschein – so wurde auch in diesem Jahr bereits früh der ein oder andere Gartenschlauch fürs Gemüsebeet oder die Lieblingsstauden ausgerollt.

Die Monatstemperatur lag im April etwa 2,4 °C über dem langjährigen Mittel und entsprach damit der mittlerweile üblichen Abweichung nach oben. Besonders in den Nächten blieb es jedoch noch recht frisch. Minusgrade wurden vergangenen Monat an der Mühle von Rönn keine mehr gemessen. Dahingegen werden Menschen aus der Hamme- oder Wümmeniederung noch zwei oder drei Nachtfröste bestätigen können. Die vergleichsweise höhere Lufttemperatur an der Messstation lässt sich durch ihre Lage im Siedlungsgebiet von Osterholz-Scharmbeck sowie auf der Geest erklären.

Das Osterholzer Wetter 2025

Das Wetterjahr 2025 präsentierte sich in Osterholz vor allem im ersten Halbjahr warm, sehr trocken und außergewöhnlich sonnig. Erst ab Mitte Juni sorgten regelmäßige Niederschläge für etwas ausgeglicheneres Wetter. Sämtliche Monate lagen mindestens 1 °C über dem vieljährigen Temperaturmittel der Referenzperiode 1961–1990; besonders warm fielen März und April aus, die ihre Durchschnittswerte sogar um mehr als 3 °C übertrafen. Damit ergab sich eine Jahresmitteltemperatur von 2,1 °C über dem Referenzwert, womit sich 2025 in die Reihe der zuletzt überwiegend zu warmen Jahre einfügt.

Der heißeste Tag des Jahres wurde am 2. Juli registriert: 34,2 °C erreichte Osterholz während einer bundesweiten Hitzewelle. Das Temperaturminimum von -8,1 °C wurde an der Mühle von Rönn am 18. Februar erfasst. Insgesamt kam es während des Winterhalbjahrs zu 59 Frosttagen, davon 5 Eistage (Höchsttemperatur unter 0 °C) – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Referenzperiode (80 Frosttage, davon 18 Eistage). Während des Sommers brachten uns 31 Sommertage, davon 6 heiße Tage (ab 30 °C), ins Schwitzen (Referenzperiode: 21 Sommertage, davon 3 über 30 °C).

Besonders auffällig war 2025 die extreme Frühjahrstrockenheit: In den Monaten Februar, März, April fielen in Summe nicht einmal 35 mm Niederschlag. Zum Vergleich: Der regenreichste Tag des Jahres, dem 4. Oktober, brachte 42,6 mm. Die Trockenheit des Frühjahrs zog sich bis in den Mai, als über knapp 3 Wochen hinweg keine nennenswerten Niederschläge verzeichnet wurden. Am 24. Mai stellte sich dann Regen ein. Deutlich nasser wurde es im Juni: Für einen Regenüberschuss von etwa 40 % im Vergleich zum vieljährigen Mittel sorgte ein starker Sommerregen am 14. Juni. Auch der Oktober war mit einer fast doppelt so hohen Niederschlagsmenge überdurchschnittlich nass. Am Jahresende blieb die Bilanz jedoch 12 % unter ihrem Soll und das Niederschlagsdefizit der trockenen Monate blieb in der Summe unausgeglichen.

Die Sonnenscheindauer übertraf ihr langjähriges Mittel um ganze 312 Stunden (21 %). So war 2025 das dritt-sonnigste Jahr seit Inbetriebnahme der Wetterstation 1999. Im März und Dezember wurden neue Sonnenrekorde aufgestellt, doch auch im April, Mai und August zeigte sich die Sonne überdurchschnittlich häufig.

Stürmisches Wetter hielt sich 2025 zurück – nur an einem Tag wurden Windgeschwindigkeiten von über 80 km/h gemessen: Bereits am 6. Januar erreichte die Windspitze eine Geschwindigkeit von 98 km/h.

Insgesamt reiht sich das Wetterjahr 2025 mit seiner Kombination aus hohen Temperaturen und überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer in den längerfristigen Erwärmungstrend der vergangenen Jahrzehnte ein. Eine Frühjahrstrockenheit von diesem Ausmaß kannten wir bisher nicht.