Wetterstation
Seit Oktober 1998 gibt es in der Mühle eine Wetterstation. Die Initiative hierzu ging von der Klosterholz-Tombola aus, die sich von der Wetterstation eine Steigerung des Bekanntheitsgrades von Osterholz-Scharmbeck versprach. Auch in der BioS bestand seit längerem Interesse, da wir regelmäßig Wetterdaten für die Naturschutzarbeit benötigen und sich das Thema Wetter auch für die Umweltbildungsarbeit eignet.
Der Standort an der Mühle eignet sich aus meteorologischer Sicht hervorragend für Wettermessungen.
Folgende Parameter werden seit 1998 gemessen:
- Temperatur in 2 m Höhe,
- Temperatur in 5 cm Höhe über dem Erdboden,
- Luftdruck & Luftfeuchte,
- Niederschlagsmenge & Niederschlagsdauer,
- Windgeschwindigkeit & Windrichtung,
- Sonnenscheindauer
Im Osterholzer Anzeiger erscheinen die Wetterdaten als Monatsgrafik im Rückblick.


Monatsrückblick aktuell
Einen so winterlichen Januar hatten wir in Osterholz seit 2010 nicht mehr: Es war auffallend kalt und dabei durchschnittlich nass, was – zur Freude einiger und Leid anderer – für viel Schnee in der Region sorgte. Mit einer mittleren Monatstemperatur von -0,2 °C war es der dritt-kälteste Januar seit Beginn der Messungen an der Mühle von Rönn (1999). Der Wert liegt knapp 1 °C unter dem langjährigen Mittel, was beim Trend der vergangenen Jahre schon bemerkenswert ist. Am Ende von Sturmtief ‚Elli‘ erreichten die Temperaturen Tiefstwerte von -11 °C. Kurz darauf folgten ein paar mildere Tage mit bis zu 12,6 °C am 16. Januar.
Sowohl die Niederschläge als auch die Sonnenstunden waren leicht überdurchschnittlich im Vergleich zur Referenzperiode (1961-90). Während der Neujahrstag 2026 eher ungemütlich nass war, bescherte uns ‚Elli‘ eine Woche später mit knapp 15 cm Neuschnee ein außergewöhnliches Winter-Wochenende. Weiß, kalt und hier und da rutschig klingt der Januar dann auch aus.

Der Dezember 2025 präsentierte sich außergewöhnlich sonnig und trocken. Nur rund 55 % der durchschnittlichen Niederschlagssumme wurden erreicht (Referenzperiode 1961-90). Die Niederschläge konzentrierten sich auf den Monatsanfang, gefolgt von 3 Wochen ohne nennenswert Regen oder Schnee, dafür mit umso mehr Sonnenschein. Insgesamt lag die Sonnenscheindauer ganze 60 % über dem langjährigen Mittel und übertraf sogar den bisherigen Höchstwert an der Mühle von Rönn von 2008 (53 Stunden).
Der Dezember war mit einer Mitteltemperatur von 4,5 °C deutlich wärmer als im langjährigen Durchschnitt. Besonders um die Monatsmitte herrschten recht milde Bedingungen. Pünktlich zum kalendarischen Winteranfang am 21. Dezember setzte ein Kälteeinbruch ein. Über die Feiertage sorgte ein stabiles Hochdruckgebiet für klares, kaltes Wetter mit Temperaturen bis zu -7,8 °C. Der 25. Dezember war schließlich der erste Eistag dieses Winters. Zum Jahresende brachte dann ein steifer Wind wieder Niederschläge nach Osterholz.

Das Osterholzer Wetter 2025
Das Wetterjahr 2025 präsentierte sich in Osterholz vor allem im ersten Halbjahr warm, sehr trocken und außergewöhnlich sonnig. Erst ab Mitte Juni sorgten regelmäßige Niederschläge für etwas ausgeglicheneres Wetter. Sämtliche Monate lagen mindestens 1 °C über dem vieljährigen Temperaturmittel der Referenzperiode 1961–1990; besonders warm fielen März und April aus, die ihre Durchschnittswerte sogar um mehr als 3 °C übertrafen. Damit ergab sich eine Jahresmitteltemperatur von 2,1 °C über dem Referenzwert, womit sich 2025 in die Reihe der zuletzt überwiegend zu warmen Jahre einfügt.
Der heißeste Tag des Jahres wurde am 2. Juli registriert: 34,2 °C erreichte Osterholz während einer bundesweiten Hitzewelle. Das Temperaturminimum von -8,1 °C wurde an der Mühle von Rönn am 18. Februar erfasst. Insgesamt kam es während des Winterhalbjahrs zu 59 Frosttagen, davon 5 Eistage (Höchsttemperatur unter 0 °C) – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Referenzperiode (80 Frosttage, davon 18 Eistage). Während des Sommers brachten uns 31 Sommertage, davon 6 heiße Tage (ab 30 °C), ins Schwitzen (Referenzperiode: 21 Sommertage, davon 3 über 30 °C).

Besonders auffällig war 2025 die extreme Frühjahrstrockenheit: In den Monaten Februar, März, April fielen in Summe nicht einmal 35 mm Niederschlag. Zum Vergleich: Der regenreichste Tag des Jahres, dem 4. Oktober, brachte 42,6 mm. Die Trockenheit des Frühjahrs zog sich bis in den Mai, als über knapp 3 Wochen hinweg keine nennenswerten Niederschläge verzeichnet wurden. Am 24. Mai stellte sich dann Regen ein. Deutlich nasser wurde es im Juni: Für einen Regenüberschuss von etwa 40 % im Vergleich zum vieljährigen Mittel sorgte ein starker Sommerregen am 14. Juni. Auch der Oktober war mit einer fast doppelt so hohen Niederschlagsmenge überdurchschnittlich nass. Am Jahresende blieb die Bilanz jedoch 12 % unter ihrem Soll und das Niederschlagsdefizit der trockenen Monate blieb in der Summe unausgeglichen.

Die Sonnenscheindauer übertraf ihr langjähriges Mittel um ganze 312 Stunden (21 %). So war 2025 das dritt-sonnigste Jahr seit Inbetriebnahme der Wetterstation 1999. Im März und Dezember wurden neue Sonnenrekorde aufgestellt, doch auch im April, Mai und August zeigte sich die Sonne überdurchschnittlich häufig.
Stürmisches Wetter hielt sich 2025 zurück – nur an einem Tag wurden Windgeschwindigkeiten von über 80 km/h gemessen: Bereits am 6. Januar erreichte die Windspitze eine Geschwindigkeit von 98 km/h.
Insgesamt reiht sich das Wetterjahr 2025 mit seiner Kombination aus hohen Temperaturen und überdurchschnittlicher Sonnenscheindauer in den längerfristigen Erwärmungstrend der vergangenen Jahrzehnte ein. Eine Frühjahrstrockenheit von diesem Ausmaß kannten wir bisher nicht.

