Pflegemaßnahmen in der Sandkuhle am Wersaber Moor

Von außen ist sie kaum zu sehen, die Sandkuhle am Wersaber Helmer, eingebettet in den Geestrand zwischen Uthlede und Wersabe im Landkreis Cuxhaven. Noch bis Mitte der 80er Jahre wurde hier Sand abgebaut, seitdem wurde die Kuhle mehr oder weniger sich selbst überlassen und hat sich mittlerweile zu einem wertvollen Heidebiotop entwickelt. Neben Besenheide, Glockenheide und Krähenbeere wachsen in zeitweise überstauten Senken zudem Binsen, Torfmoose, Wollgras und auch gefährdete Arten wie Rundblättriger Sonnentau, Sumpfbärlapp und Königsfarn.

Auch für die Fauna erweist sich die Fläche als äußerst bedeutend. Die temporären Flachgewässer werden von Libellen angeflogen, der Heidebestand dient zahlreichen Bestäubern als Nahrungsgrundlage und im Rahmen einer Reptilienerfassung konnten in diesem Jahr Blindschleichen, Waldeidechsen, Ringelnattern und mehrere Kreuzottern – dabei auch subadulte Tiere (siehe Foto oben) – festgestellt werden. Ein beeindruckender Wert für die vergleichsweise begrenzte Fläche.

 

Adulte Kreuzotter (Foto Isa Lemke)

Dank der Zusammenarbeit und des tatkräftigen Einsatzes des Männergesangvereins Uthlede, dem NABU und BUND sowie privaten Ehrenamtlern konnte die Heide bis heute in weiten Teilen offengehalten werden. Die auf der Fläche aufkommenden Gehölze wie Faulbaum und Birke wurden regelmäßig „entkusselt“, d.h. zurückgeschnitten und aus der Fläche entfernt. Doch insbesondere an den Flächenrändern ist der Gehölzdruck hoch, vor allem der nördliche Teil der Sandkuhle wurde allmählich vollständig von Birkenjungwuchs eingenommen. Durch die zunehmende Beschattung sowie die Überalterung des Heidebestands ist die Besenheide daher stellenweise bereits rückläufig, lichtbedürftige Arten wie z.B. auch der Sumpfbärlapp drohen somit zu verschwinden.

 

Sumpfbärlapp (Foto Isa Lemke)

Auf Initiative der Gemeinde Hagen und der Naturschutzbehörde des Landkreises Cuxhavens hin konnte die Ökologische Station an der BioS über die Projektförderung Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) umfangreiche Biotopinstandsetzung beantragen. Was durch ehrenamtliches Engagement nur noch schwer zu bewältigen ist, kann so derzeit durch die Firma Hauschild fachgerecht umgesetzt werden. Zu den Maßnahmen gehören zum einen die großflächige Entnahme von Gehölzjungwuchs auf der Nordseite der Kuhle sowie Einzelbaumentnahmen von Birken und Zitterpappeln an den Flächenrändern. Die Flächen werden so geöffnet, standortgerechte Stiel-Eichen am Rand gezielt gefördert und die Beschattung der Heideflächen vermindert.

Nach dem Entfernen des Schnittguts werden Teilbereiche per Bagger „geplaggt“. Dabei wird der nährstoffreiche Oberboden flach abgezogen. Mit leichtem Gerät kann bodenschonend gearbeitet werden. Die so entstehenden sandigen Offenbodenstellen bieten der Heide neue Fläche zum auskeimen und fördern viele Tierarten wie Insekten und Reptilien. Zur Verjüngung der überalterten Heide werden außerdem Teilbereiche gemäht. Dabei wird kleinräumig gearbeitet, um einen mosaikartigen Wechsel unterschiedlicher Heidealtersstadien und damit eine möglichst hohe Strukturvielfalt im Bestand herzustellen. Ein Teil des Mahdguts wird dazu genutzt die sandigen Offenbodenbereiche zu „beimpfen“ und hier das Wachstum der Besenheide zu fördern.

 

Arbeiten in der Sandkuhle am Wersaber Helmer (Foto Isa Lemke)

Text und Bilder: Isa Lemke