Kreuzkröten-Hotspot Kleingewässer

Wenn es warm und feucht ist, rufen sie derzeit nachts laut rufend vom Gewässerrand – die Kreuzkröten. Doch sie sind nicht überall anzutreffen, denn die kleine Kröte mit dem hellen Strich auf dem Rücken hat ganz spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum. Die Laichgewässer sollen flach, vegetationsarm und fischfrei sein. Solche Bedingungen sind z.B. in Sandgruben zu finden, weshalb diese heutzutage einen wichtigen Lebensraum für die anspruchsvolle Art darstellen.

So sind auch in einer Sandgrube bei Nordholz im Landkreis Cuxhaven Kreuzkröten zu finden. Im Rahmen unseres Projektes „Biodiversitäts-Hotspots auf den zweiten Blick“, welches durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung und den NLWKN gefördert wird, führen wir dort eine Erfassung durch. Die Lokalpopulation umfasste 2019/2020 noch über 60 Alttiere, doch wir mussten leider feststellen, dass diese erheblich geschrumpft ist. Entgegen des allgemeinen Wassermangels, welcher die Amphibien-Bestände zusammenbrechen lässt, ist dort zu viel Wasser das Problem. Denn die für Kreuzkröten gut geeignete Kleingewässerstruktur wurde überflutet. Grund ist der Anstieg des Grundwasserspiegels durch die zahlreichen Regenfälle im Winter 2023/2024. Jetzt ist dort ein großes, zusammenhängendes Gewässer vorzufinden, welches Raubfische beherbergt – kein passendes Plätzchen für Kreuzkröten-Nachwuchs. Doch es gibt Hoffnung, im Vergleich zu 2025 ist in diesem Jahr schon wieder mehr von den Kleingewässern zu sehen und auch mehr Kreuzkröten ließen sich zählen.

Foto: Hanna Konrad